Aldrei fór ég suður – endlich geht’s wieder rund!

Richtig, hier fehlt noch das eine oder andere Bild und Bericht vom Herbst 2010 – Schande über mich! Eine Menge ist seither passiert, das sich ebenfalls zu erzählen lohnt. Vielleicht setze ich mich mal an die Auswertung von eMeReGeZ ;-)

Während der letzten Lapplandtour im März wurden wir zwar mit Wolken überhäuft aber die gute Laune ging uns nicht abhanden. Und dabei reifte dann auch der nächste Plan, für den sich die Osterfeiertage prima anbieten: Aldrei fór ég suður. Der Name ist Programm, ich werde mir zwar leider das gleichnamige Festival nicht geben können, aber dafür herausfinden, ob ich alter Sack es immer noch drauf habe :D

Seit mehr als einem Jahr bin ich nun nicht mehr als Radkurier aktiv, bis auf ein wenig Pulkaziehen und Stadtradeln faulen die Knochen vor sich hin. Ziemlich geil wäre es jedoch, an die Tour von damals anzuknüpfen und einfach mal wieder ein paar Tage rauszukommen. Wieso also nicht mal wieder den alten Kurierrucksack aufsetzen und quick ‘n’ dirty nach Hamburg radeln? Dorthin wo damals alles seinen Lauf nahm. Ein paar Dinge im Gepäck sind neu dabei, andere weggelassen oder ausgetauscht. Mit dabei eine gescheite Kamera, ein leichteres MYOG-Zelt, weniger Töpfe aber dafür genug Essen für vier Tage. Bis aufs Trinkwasser also autark und für den Notfall wäre noch ein kleines Wasserfilter im Gepäck.

Am Karfreitag soll es ein wenig regnen und kühler werden, die Tagesetappen sollten bestenfalls bei 150-200 km liegen. Für so nen fragwürdigen Trainingszustand ne ordentliche Hausnummer, aber vielleicht schaffe ich es ja auf dieser Tour ein wenig früher aufzustehen als bei eMeReGeZ, da lag ich meist um 1100 noch in den Federn :D

Ich bin selbst gespannt!

Abfahrt nach Saltoluokta

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Was vom Rade übrig blieb

Holger hatte es Mitte Oktober satt, zu Fuß ins Büro zu gehen und so mußte ich mich vom geliehenen Peacemaker trennen. Alles was mir bleibt, ist auf diesem Foto zu sehen inkl. der Aussicht auf eine Zukunft voller Ölflecken von der Kette an Händen und Kleidung.

Überbleibsel der Tour

Der Riemenantrieb bietet einige Vorteile (geringer Verschleiß, keine Schmierung notwendig also auch keine unliebsamen Tattoos, geringeres Gewicht, geräuscharm, …) hat aber noch seine Schwachstellen (empfindlicher gegen unsachgemäße Behandlung, Einschränkung bezüglich Rahmenwahl und Übersetzungsverhältnis, derzeit noch nicht in jedem Radladen erhältlich, …). Das Ding hat auf alle Fälle Potential und seine Entwicklung lohnt sich zu beobachten. Das Sportsegment wird er wohl vorerst nicht revolutionieren, Alltags-, Stadt- und zur-Arbeit-Radlern bietet er aber eine schöne Kombination von Verläßlichkeit, Sauberkeit und Komfort.

Auf gut 2000 km Tour und 500 km Nachspiel in Uppsala, Stockholm, Oslo und Karlsruhe hatte ich keinen einzigen Platten, der Riemen hat gehalten und sich max. 1 mm gelängt (Markierungen am Ausfallende), der Ersatzriemen wurde nicht benötigt, die Durano-Reifen hatten keinen nennenswerten Abrieb, nach 2 Wochen waren von ehemals 8,5 bar noch gut 7 bar vorhanden, der Sattel paßt nun wunderbar (es ist etwas mehr Setback nötig bzw. eine weniger gestreckte Haltung).

Alles in allem eine schöne Erfahrung, von der ich über den Winter detaillierter berichte.

2010er Peacekamer mit Riemenantrieb auf dem Inlandsväg (E45) in Nordschweden

verwendeter Gates Carbon-Drive mit 55/21er-Gang, starr

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Still und starr liegt der Rauhreif auf den Dächern

Bereits das zweite Mal Nachtfrost daheim, der Winter klopft schon an, während der Herbst gerade erst loslegt und ich verliebe mich gerade in meinen neuen Schlafsack :D fühlt sich wirklich um einiges besser an als meine alten Kufas. So ein kleiner Daunensack ist eine sinnvolle und komfortable Erweiterung, läßt sich dann auch noch mit den alten Kufasäcken kombinieren, falls es wirklich kalt sein sollte. Als nächstes möchte ich noch einen VBL schneidern, mit robustem BW-Biwaksack und Tarp sollten auch die nächsten Nächte nicht schocken, das wäre mein Plan für gelegentliche 2-Tages-Touren.

Joe macht mir derweil Lust, mit der Berichterstattung zu beginnen, sein Frühjahrsurlaub mit Micha ist nämlich online.

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Das Genie überblickt das Chaos…

Ich bitte die zögerliche Berichterstattung zu entschuldigen, habe noch alle Hände voll zu tun und da ich meinen alten Schreibtisch kurz vor der Tour auf den Sperrmüll befördert habe und der Nachfolger erst in 1-2 Wochen kommen wird, ist mein Arbeitsplatz zur Zeit eher auf Kreativität, denn auf Produktivität optimiert…

Finde Waldo!

Es sich bei geöffnetem Fenster im Daunenschlafsack auf der NeoAir-Trekker gemütlich zu machen ist doch immer noch das Beste! Wenn da doch nur nicht so viele Kisten wären, muß ich alles noch aufräumen und allerlei Dinge fürs zivile Leben erledigen, Post, Termine, arghs! Ich will wieder raus! :D

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Delikatessenimport

Von 2000 km Anfahrt per Rad kriegt man Hunger, also flugs das vertraute Warenangebot geplündert und importiert, was das Freigepäck hergibt! ;-)

Norbis godis och livs

Nicht mehr zu sehen, da das Verlangen zu groß war: Marabou apelsinkrokant, Marabou sensation ‘cookies & cream’, ein weiteres Kilo Lachs, einige varma koppar, diverser norwegischer Süßkram (kvikk lunsj, cuba, … – Marabou wird dort übrigens unter dem Label ‘Freia’ vertickt… jävla fjällaperna!).

Die eine Portion Dosenfisch wird jetzt geöffnet und heute Abend serviert – mjamm, mjamm! Da ich jedoch nicht herzlos bin (siehe 2 Objekte unterhalb der Schokolade), gibt es auch leckeren Lachs und ‘räuchertes Rentier – sozusagen als Wiedergutmachung für den Fisch.

Rentier schmeckt übrigens genial, hat einen geringen Fettanteil und Wildcharakter. Außerdem ist es ein herausragendes Beispiel für die Kokurrenzfähigkeit von Biofleisch. Genauer gesagt sollte sich das Zeugs, welches man vom hiesigen Biobauern kaufen kann schleunigst in einer dunklen Ecke verkriechen. Die gesamte skandinavische Rentierpopulation besteht aus domestizierten Tieren, es gibt dort kein einziges Tier, welches NICHT einer Samifamilie gehört. Mensch und Tier leben dort seit mehreren tausend Jahren in einem engen, symbiotischen Verhältnis zusammen. Die Herden leben weitgehend frei, wandern entsprechend ihrer eigenen Lebensweise zwischen den Sommerweiden im Fjäll und Winterweiden im Flachland umher, schließen sich dabei zu riesigen Herden zusammen und lösen sich später in kleine Gruppen auf. Der Mensch folgt den Herden (und nicht anders herum), greift nur zur Markierung der Kälber und späteren Schlachtung ein und sorgt für guten Gesundheitszustand und verbesserte Nahrungsversorgung im subpolaren Winter. Schnitzereien aus Knochen, Renfelle als kuschelige Alternative zu Isomatten und ein stattlicher Kilopreis von etwa 60 EUR/kg geräuchertem Renfilet lassen einen wissen, daß die Welt wenigstens in einigen kleinen Teilen noch in Ordnung ist – im Gegensatz zum gefrorenen Brathähnchen, dessen gesamtes Leben inkl. ‘Verarbeitung’ nur 2,99 EUR wert war.

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Business as usual…

Oslo war auch ne Wucht, bin jetzt noch ziemlich platt davon. Oper in der Dämmerung und nachts, Holmenkoll und Grefsenkoll fix hoch und runter, ständig Ärger mit Touris und Kameraakkus im Vigelandspark, mir ein neuartiges Multispeedcycle gewünscht, nach einer schweißtreibenden Nacht im ‘Blå’ und viel zu wenig Kleidung auf dem Heimweg leicht erkältet, sogar gutes Wetter gehabt, die letzte Nacht durchgemacht und um 0400 mit dem Bus weggefahren, Flug via Berlin (das kleine Kaff hat sich hübsch gemausert, seitdem ich letztes Mal dort war), daheim erstmal die Heizung angeworfen, teils aufgeräumt, öfters hinlegen müssen, Fertigpizza futtern, Wäsche aufhängen, Fotos auf die Festplatte kopieren und nun ab in die Falle!

Nach der Tour ist vor der Tour und so wird morgen ab 0740 wieder kräftig am Rad gedreht – call of duty… mehr, wenn ich wieder bei Kräften bin.

Auf zu neuen Untaten!

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Kleines Uppdejt

In Uppsala war das Wetter nicht sonderlich gut, wie im April alle paar Minuten ein frischer Schauer, sonst auch recht bewölkt. Habe nur bei Ankunft und Abfahrt ein wenig von der Stadt gesehen, ist aber echt hübsch. Ruhig, gemütlich, hübsche Fassaden und Statuen.

In Stockholm war es dann aber viel besser. Habe eine kleine Tour von Upplands Väsby über Resarö, Vaxholm, Bogesund, Hägernäs, Djursholm bis zum Lappis gemacht. Sehr hübsch, vor allem auf Bogesund. Beim Professorn gab’s dann eine Pizza und Shish Kebap mit ordentlich Krautsalat, gemütliches Nachtlager dort, wo das Sofa stand mit Ausblick auf den Lilla Värtan.

Dann ab zu Simona, konnte mich im leerstehenden Apartment eines Freundes einrichten, tagsüber durch die Stadt fixen, Simona bei der Arbeit zugucken, gelieferte Räder zusammenbauen, auf einer kleinen Fachmesse ein interessantes Produkt für die Wintersaison der ODS-Testgruppe entdecken. Mit Helena nach der Arbeit was trinken gehen, weiter chaotisch durch die Stadt düsen, paar Fotos machen, Leckereien einkaufen.

Ach ja, letztes Wochenende war landesweite Wahl u.A. auch für den Reichstag, in Murjeks Bahnhofskiosk hatte ich schon die ‘förtidsröst’ bemerkt und am Sonntag wurde richtig gewählt. Die SD (sverigedemokraterna, vergleichbar mit den dt. Republikanern) gelangte knapp in den Reichstag, was zu Protesten führte. U.a. fand eine Demonstration auf dem Sergels Torg statt, die ähnlich wie ein Flash Mob recht spontan von einer 17-jährigen via Facebook initiiert wurde. Gut 5.000-10.000 Menschen haben sich innerhalb nur eines Tages zusammengefunden und gegen Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten demonstriert – und ich war einer davon. Naja, eigentlich war ich nur zufällig dort, hatte keine Ahnung, was eigentlich Sache war und musste es mir erstmal erklären lassen. War aber ziemlich respektabel, diese Menschenmassen zu sehen.

Meine nächste Station ist Oslo, dort wird Chris517 (eigentlich ja Chris340 – hätte da nicht jemand am heiligen ZAPP rumgefummelt…) mein Guide sein und unser erster Programmpunkt wird die Critical Mass am Slottsplassen sein :)

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eMeReGeZ – q.e.d.

Der urbane Kurierstil ist zugegebenermassen nicht das Optimum für längere Radreisen – aber mit der richtigen mentalen Einstellung und Ausrüstung, auf die man sich verlassen kann gelingen selbst solche Vorhaben.

Vielen Dank an alle meine Unterstützer!

Don’t try this at home, kids! ;-)

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Heureka!

Tjenare, bin bei Bianca in Uppsala. Heute morgen angekommen, ist eine ziemlich hübsche Stadt! Viel Radverkehr im Gegensatz zu den letzten beiden Wochen. Habe auf der Fahrt nur 6 Radler mit schmalen Reifen gesehen, sonst nur Dirtbikekids, Stadträder, Dorfräder, auch nur 2 Reiseradpärchen. Viele, grosse, laute LKWs, Wohnmobile, PKWs, Offroader.
Die letzten beiden Tage hat es fast durchgehend genieselt. Schlafsackkapazität zum Schluss als Trockenraum für Kleidung missbraucht, im Nattåg getrocknet, Brötchen gekauft, gefrühstückt und nun ruft die Pflicht: Ausrüstung versorgen…
Die Sonne scheint und es ist angenehm warm, herrlich. Erstmal alle Strapazen auskurieren :)
Keinerlei wesentliche technische Defekte auf der Tour. Eine Schuhsohle löst sich, ein Lenkerendstopfen fehlt – der war aus Holz, LNT :)

Bei Bodens Centralstation Ralf und november getroffen, die Welt ist klein :)

Die Rückfahrt klappte just-in-time. 20min in Jokkmokk. Einkaufen, bis der Bus kommt, Viertelstunde in Murjek, Nachtzug ab Boden, endlich wieder richtig gut essen :)

Bleibe noch ein wenig in Skandinavien.
Bis demnächst dann!

Hälsningar från Norden och känn fluon! 606

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15.09.2010 das Ende ist da

gegen 1300 war le Norbèrt endlich am schwer verregneten Polarkreis… und hat das Fahrzeug gewechselt. Nighttrain to Uppsala.

die Bilanz: 1990 km in 85h11min

klingt doch entspannt. Glückwunsch 606!

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